Wer je einen Border Collie beobachtet hat, der im Garten Kreise zieht, ohne dass es etwas zu umkreisen gibt, kennt das Problem. Hütehunde wurden gezüchtet, um Vieh zu beobachten und zu treiben. Nimm die Arbeit weg, und der Instinkt läuft weiter. Er sucht sich einen Job, und selten den, den du gewählt hättest.
Ein Hundeball gibt diesem Instinkt ein Ziel. Es ist ein großer Ball, den dein Hund über eine freie Fläche schiebt und jagt, ungefähr so, wie er Vieh treiben würde. Der Ball ist zu groß zum Beißen und zu schwer zum Wegtragen, das Spiel läuft also nur weiter, solange der Hund daran arbeitet. Bei Deutschen Schäferhunden, Malinois, Australian Shepherds, Border Collies und triebstarken Rottweilern schluckt diese Schleife erstaunlich viel Energie.
Bewegung allein bringt einen Arbeitshund selten zur Ruhe
Generationen gezielter Zucht haben diese Hunde darauf geformt, Bewegung zu lesen und Entscheidungen zu treffen, und weiterzumachen, wenn die meisten Hunde längst aufgehört hätten. Wunderbar, wenn es ein Ventil gibt. Anstrengend, wenn nicht.
Du kannst einen Deutschen Schäferhund eine Stunde ausführen und kommst trotzdem zu einem Hund nach Hause, der durch den Flur tigert. Arbeitsrassen brauchen Körper und Kopf in derselben Einheit beschäftigt. Wird nur eines von beiden genutzt, zeigt sich die übrige Energie meist als Graben, Kauen an Türrahmen, Bellen bei allem, was am Zaun vorbeikommt, oder als Schatten, der dir von Zimmer zu Zimmer folgt. Das ist kein Fehlverhalten. Das ist ein unterbeschäftigter Arbeitshund, der sich seine eigene Arbeit erfindet. Wenn du nicht sicher bist, was von beidem du vor dir hast: Den Unterschied haben wir in gelangweilt oder schlecht erzogen durchgesprochen.
Wie das Spiel funktioniert
Ein gewöhnlicher Ball beendet das Spiel in der Sekunde, in der der Hund ihn aufnimmt. Einen Hundeball kann er nicht aufnehmen, also muss er ihn in Bewegung halten: mit der Nase stupsen, mit der Schulter drücken, hinterherjagen, wenn er wegrollt. Etwas zu steuern, das nicht stillhält, packt Bewegung und Denkaufgabe in dieselbe Beschäftigung, genau das, wonach ein Hütehirn ständig verlangt.
Das Spiel ist ruppig, also zählt die Bauweise. CollieBall verwendet einen aufblasbaren Innenball in einer Hülle aus ballistischem Gewebe, und die Hülle ist der Teil, der auf Zähne, Kies und Zaunpfähle trifft. Den Innenball gibt es einzeln, ein Loch bedeutet also den Austausch eines Bauteils statt des ganzen Balls. Mehr Details stehen auf der Hundeball-Seite.
Was sich in den Stunden danach ändert
Fünfzehn oder zwanzig Minuten Spiel mit dem Hundeball sind dichter als ein Leinenspaziergang gleicher Länge. Der Hund sprintet, bremst und muss mitdenken, wohin der Ball als Nächstes rollt. Ein Hund, der so gearbeitet hat, ist für den Rest des Nachmittags meist leichter zu haben, wobei Trieb, Alter und Temperament da alle mitreden.
In den meisten Haushalten gibt es ein vorhersehbares Zeitfenster, in dem ein Arbeitshund anfängt, sich Aufgaben auszudenken. Oft ist es der späte Nachmittag oder die zehn Minuten, bevor du das Haus verlässt. Eine kurze Einheit genau in diesem Fenster gibt dem Instinkt zuerst etwas Legitimes zu tun.
Der andere Unterschied: Du bist nicht der Motor. Beim Apportieren endet das Spiel, wenn dein Arm müde wird. Hier startest du es und beaufsichtigst, und der Hund macht die Arbeit.
Der Einstieg ins Spiel
Führe ihn ein wie jedes neue Spiel: kurz, freundlich, ohne Druck. Roll ihn sanft an, bestätige jedes Interesse mit einem ruhigen Wort und lass den Hund selbst herausfinden, dass sich das Ding bewegt, wenn man es schiebt. Manche Hunde begreifen das in dreißig Sekunden. Andere umkreisen ihn ein paar Tage misstrauisch, bevor der Groschen fällt.
Halte die ersten Einheiten kurz, denn ein paar Minuten echtes Interesse sind mehr wert als zwanzig Minuten hektischer Energie. Spielt auf einer offenen, eingezäunten Fläche (im Garten, auf einer ruhigen Wiese oder einer Koppel) und räum vorher alles aus dem Weg, was zu Bruch gehen kann. Behalte das Erregungslevel im Blick: Kippt das Spiel ins Schnappige, fahr es ruhig herunter und versuch es später noch einmal. Bei Hitze geht morgens oder abends raus, halte Wasser bereit und hör auf, bevor der Hund schlappmacht. Prüfe den Ball vor und nach dem Spiel, und bleib dabei, damit das Spiel ein Spiel bleibt.
Die richtige Größe finden
Der Ball muss zu groß sein, als dass dein Hund ihn ins Maul nehmen könnte. Das ist der ganze Mechanismus, also lohnt es sich, das richtig zu machen. Richte dich nach der Schulterhöhe:
- 45-cm-Ball für Hunde bis 37 cm Schulterhöhe
- 55-cm-Ball für 38 bis 50 cm
- 75-cm-Ball für 51 bis 62 cm
- 95-cm-Ball ab 63 cm
Miss am Widerrist, statt nach Rasse oder Gewicht zu schätzen, und schau in die Größenberatung, wenn dein Hund nahe an einer Grenze liegt. Für Mischlinge und Grenzfälle geht welche Größe braucht mein Hund tiefer ins Detail.
Für welche Hunde er sich eignet
Er eignet sich für Hunde, die jagen und schieben wollen. Das trifft auf die meisten Arbeitsrassen zu, aber nicht auf jedes einzelne Tier darin. Ein Hund, der ängstlich ist, Schmerzen hat oder sich schlicht nicht für bewegte Objekte interessiert, wird seine Meinung kaum ändern, nur weil das Objekt größer geworden ist. Der Ball kanalisiert Trieb, der schon da ist.
Er steht außerdem neben Training, Nasenarbeit und Spaziergängen, nicht an deren Stelle. Und wenn dich etwas am Verhalten deines Hundes beunruhigt (anhaltende Reaktivität, Steifheit oder Anzeichen von Schmerz), gehört das zuerst zum Tierarzt oder zu einem Verhaltensberater, nicht zu irgendeinem Spielzeug.
Alle vier Größen, dazu Ersatz-Innenbälle und Hüllen, findest du im Hundeball-Sortiment.